Schulbroschüre


Was erwartet Sie in dieser Broschüre: />
» Zur Geschichte der Westerloyer Schule
» Volle Halbtagsgrundschule (VHGS) Westerloy
» Schulanmeldung
» Programm der Vollen Halbtagsgrundschule
» Veränderte Eingangsstufe
» Besonderheiten

Zur Geschichte der Westerloyer Schule

Zum ersten Mal wird eine Schule in Westerloy um 1708 erwähnt mit dem damaligen Lehrer Gerd Oltmanns. Seit der Zeit ging es darum, ein Schulgebäude für die Kinder zu erhalten und den Unterricht der Westerloyer Kinder sicher zu stellen. 1818 wurde ein erstes Schulhaus errichtet und 1895 - 1897 ein neues Schulhaus gebaut.

Der Altbau des jetzigen Schulgebäudes wurde 1968 errichtet. Ursprünglich war er geplant als zweiklassige Volksschule mit einer Unter- (1. -4. Schuljahr) und einer Oberklasse ( 5.- 8. Schuljahr). Nach der Fertigstellung wurde die Schule aber genutzt als Grundschule für die Orte Ihausen, Ihorst und Westerloy. Die Schulen in  Ihausen und Ihorst wurden dabei aufgelöst. 

Da der Raum für vier Klassen einer Grundschule nicht ausreichte, wurde bald ein weiterer Klassenraum - der jetzige Mehrzweckraum -  angebaut. So standen zumindest drei Klassenräume zur Verfügung. Andere Räumlichkeiten fehlten aber weiterhin. Weil die Schülerzahlen sehr schwankten, kam es vor, dass Klassen teilweise auf dem Flur unterrichtet wurden. In anderen Jahren reichte dagegen der Raum aus, da einige Jahrgänge kombiniert unterrichtet werden konnten.

In den Zeiten des allgemeinen Rückgangs der Schülerzahlen Ende der 80-er Jahre wurde dieser Trend durch das Bauverbot auf dem Lande noch verstärkt. Aus diesem Grunde entschloss sich der Stadtrat der Stadt der Westerstede, die Schuleinzugsbereiche zu ändern. Eltern aus dem Hössengebiet der Stadt erhielten die Möglichkeit, ihre Kinder freiwillig in Westerloy anzumelden. Nach der Einführung der Vollen Halbtagsgrundschule in Westerloy und durch den Bau des Kindergartens Gänseblümchen machten immer mehr Eltern von dieser Möglichkeit Gebrauch. Die Schülerzahlen stiegen. Auch für eine einzügige Volle Halbtagsgrundschule fehlten ein Klassenraum und Gruppenräume. Gleichzeitig zeigte sich, dass mehr Eltern ihre Kinder in Westerloy anmelden wollten als bei einer einzügigen Schule an Plätzen vorhanden war. Aus diesem Grund beschloss der Stadtrat den Ausbau zu einer zweizügigen Grundschule mit entsprechenden Nebenräumen

Volle Halbtagsgrundschule Westerloy

Seit dem 1.8.1991 ist die Grundschule Westerloy eine Volle Halbtagsgrundschule. Damit zählt sie zu den ersten Halbtagsgrundschulen in Niedersachsen und zur ersten im Ammerland. Der Beginn liegt aber eigentlich schon im Sommer 1990.

Die Schule besuchen verhältnismäßig viele Fahrschüler. An anderen Schulen war es üblich, bei einem Lehrerfehl Kinder eher nach Hause zu schicken. Dies hätte in Westerloy immer eine zusätzliche Busfahrt bedeutet oder die betroffenen Kinder hätten irgendwie in den anderen Klassen betreut werden  müssen. Daher traf die Schule im Sommer 1990 mit der Stadt die Vereinbarung, dass die Stadt eine Betreuungskraft bezahlt und die Schule  Anwesenheitszeiten aller Kinder über eine festgelegte Zeit garantiert. Der Landkreis konnte so erhebliche Buskosten sparen, weil nur eine Anfahrt und zwei Abfahrten notwendig waren im Vergleich zu drei An- und Abfahrten. Der Schule war geholfen, denn sie hatte jetzt eine Vertretungsmöglichkeit, die sie bisher wegen des kleinen Kollegiums nicht hatte. Die Betreuungskraft war Frau Düker. Wenn keine Vertretung notwendig war, kümmerte sie sich um die Schulbücherei, ging als zweite Schwimmkraft mit oder half beim Textilunterricht oder anderen Gelegenheiten.

Dieses Modell fand allgemein Anklang und Beachtung. Zum 1.8.1991 genehmigte das Land Niedersachsen den Schulversuch „Volle Halbtagsgrundschule“ und verpflichtete sich, die zusätzlichen Stunden durch Lehrerstunden abzudecken. Mit dem Schulversuch war aber die Auflage zur Entwicklung eines neuen pädagogischen Konzepts verbunden.

Grundlage dieses Konzeptes wurden folgende Überlegungen:

1. Betreuung für alle,

2. mehr Zeit für die Klassen,

3. Öffnung nach außen, Zusammenarbeit mit Vereinen.

Die garantierte Anwesenheit sollte für alle Kinder gelten. Beim so genannten additiven Modell gelten die Zeiten nur für die Kinder, die sonst als Schlüsselkinder noch nicht nach Hause können. Sie dürfen dann in der Schule bleiben und dort unter Aufsicht Hausaufgaben machen oder spielen. Diese soziale Ausgrenzung sollte hier nicht stattfinden. Alle Kinder sollen in der Schule bleiben. Diese Betreuungszeit sollte nach Möglichkeit der Klassenlehrer als zusätzliche Zeit in den Klassen erhalten.  In einer zweiten Klasse macht die Betreuungszeit im Vergleich zu einer anderen Grundschule sechs Unterrichtsstunden aus, die die  Kinder länger in Westerloy in der Schule sind. Ein Teil dieser Zeit wird für zusätzliche Aktivitäten und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen genutzt, hier besonders die Musikschule Ammerland und der Sportverein TUS Westerloy.

Das Konzept der Westerloyer Grundschule integriert die zusätzliche Zeit für alle Kinder in die normale Schulzeit. Deshalb wird es als integratives Modell bezeichnet.

Bei der Erprobung unterschiedlicher Konzepte gab es erwartungsgemäß auch Schwierigkeiten und daher verschiedene Änderungen, die schließlich zu dem jetzigen Tagesablauf führten. Änderungen wird es aber auch weiterhin geben müssen, um sich den jeweiligen pädagogischen Herausforderungen stellen zu können. Aus diesem Grunde führte die Schule bisher jedes Jahr eine schulinterne Fortbildung durch zum Teil mit Beteiligung des Schulelternrates.

Vom Schuljahr 94/95 an ist die Volle Halbtagsgrundschule aus dem Stadium des Schulversuchs heraus und normale Regelschule. 

Die Schule hat die Zusage, weiterhin Volle Halbtagsgrundschule bleiben zu können.

Schulanmeldung

Seit Beginn des Schuljahres 05/06 liegt der Termin zur Schulanmeldung in Westerstede im Frühjahr. Der genaue Termin wird jeweils in der Zeitung bekannt gegeben. Zur Anmeldung sollen die Eltern bitte das Familienstammbuch mitbringen. Dazu das Untersuchungsheft für ihre Kinder und natürlich die künftigen Schulkinder.

In den letzten Jahren wurden Anmeldetermine telefonisch vorher ausgegeben. Am Anmeldetag findet gleichzeitig eine Sprachüberprüfung statt. Diese Überprüfung dauert ungefähr eine Viertelstunde und soll feststellen, welche Kinder zusätzlich im letzten Jahr vor der Einschulung in Deutsch gefördert werden müssen.

Rechtzeitig vor den Sommerferien findet ein Elternabend statt, auf dem alle wichtigen Einschulungsdinge besprochen werden. Die Einschulung selbst ist in Niedersachsen immer an dem ersten Sonnabend nach den Sommerferien.

Zum Programm der Vollen Halbtagsgrundschule in Westerloy

Was ist anders in Westerloy ?

Für viele Eltern ist erst einmal wichtig, dass die Volle  Halbtagsgrundschule feste Schulzeiten garantiert. Bisher konnten wir dieses Versprechen auch weitgehend einhalten. Wenn wirklich einmal durch außergewöhnliche Umstände Unterricht ausfallen muss, erhalten die Eltern rechtzeitig eine Benachrichtigung. Für die Eltern, die dann keine Betreuung sicherstellen können, besteht eine Verabredung, dass diese Kinder im Ausnahmefall an dem Tag in den Kindergarten gehen dürfen.

Wichtig sind aber auch die pädagogischen Veränderungen seit Einführung der Vollen Halbtagsgrundschule. Sie werden deutlich im Ziel, die Kinder das Lernen zu lehren durch individualisiertes Arbeiten, Lernen in Projekten und an fächerübergreifenden Themen. Wochenplanarbeit und selbstbestimmtes Lernen sind daher verbreitet. Der Leistungsgedanke kommt dabei aber nicht zu kurz.

Der Tagesablauf beginnt ab 7.30 Uhr mit einem offenen Anfang, d.h., der  Lehrer steht den Kindern schon zur Verfügung. Um 8.00 Uhr müssen alle Kinder in der Klasse sein. Sie haben jetzt eine Blockstunde bis 9.55 Uhr. Pausen legt der Lehrer nach Bedarf ein. Der Block endet mit einem gemeinsamen Frühstück im Klassenraum. An die große  Spielpause schließt sich um 10.25 Uhr ein zweiter Block an bis 11.55 Uhr und danach noch eine übliche 45- Minutenstunde von 12.10 Uhr bis 12.55 Uhr.

Über die Woche verteilt ergeben sich ebenfalls einige Änderungen:

  • Freitags in der letzten Stunde haben alle Schüler bereits ab Klasse 1 eine selbstgewählte AG.
  • . Dies ist nur möglich, weil die Kinder länger in der Schule sind als an vielen anderen Grundschulen
  •  

Am letzten Freitag im Monat findet jeweils ein gemeinsamer Sitzkreis  der ganzen Schule statt. Hier können besondere Gedichte, Lieder oder Ähnliches

  • vorgetragen werden. Gleichzeitig wird positives Sozialverhalten einzelner Schüler im letzten Monat hervorgehoben
  • Eingerahmt wird das Schuljahr durch einen gemeinsamen Beginn am ersten Schultag und einen Abschluss am letzten Schultag. 

Veränderte Eingangsstufe

Seit einigen Jahren wird an einzelnen Schulen in Niedersachsen eine andere Eingangsstufe genutzt. So auch in Westerloy. Die Kinder, die neu eingeschult werden, kommen zusammen mit Zweitklässlern in eine Klasse. In dieser Klasse können sie nun so lange bleiben, bis sie die Ziele am Ende des zweiten Jahrgangs erreicht haben. Für den einen bedeutet das 1 Jahr, für andere 3 Jahre und  für die meisten 2 Jahre. Die Schüler, die jeweils neu in die Klasse  kommen, übernehmen sehr schnell die Regeln der anderen Kinder. Sie haben auch zusätzliche Ansprechpartner, wenn sie Hilfe benötigen und dürfen später auch anderen helfen. So wird unnötiger Druck und Stress vermieden.

Die Erfahrungen, die wir bisher machen konnten, sind recht positiv.

Einige Besonderheiten der Vollen Halbtagsgrundschule Westerloy

Im Programm zur Vollen Halbtagsgrundschule klangen schon einige Besonderheiten an: Blockunterricht, Sitzkreis, offener Beginn, Arbeitsgemeinschaften ab Klasse 1, usw.

Darüber hinaus gibt es noch einige Eigenheiten:

  • In der Schule sollen alle Schüler Hausschuhe tragen. Jedes Kind hat einen eigenen Garderobenhaken. Dort können die Hausschuhe in einem Beutel aufbewahrt werden
  • Jede Klasse hat einmal pro Woche in einer bestimmten Stunde Büchertausch in der Schülerbücherei
  • Einmal im Jahr veranstaltet die gesamte Schule Projekttage unter Mithilfe der Eltern. An diesen Tagen findet der Unterricht in selbst gewählten Gruppen zu einem bestimmten Thema statt. Der Unterricht ist stärker praktisch und handwerklich organisiert
  • Ebenfalls einmal im Jahr findet ein Spiel-/Sportfest für alle statt

Nach Einführung des Regionalen Integrationskonzepts (RiK) stehen der Grundschule  Sonderschullehrerstunden für jede Klasse für besondere Fördermaßnahmen zur Verfügung. Damit soll möglichst verhindert werden, dass Schüler mit Lernschwierigkeiten zur Förderschule müssen.

In einigen Stunden stehen einzelnen Klassen zwei Lehrkräfte pro Klasse zur Verfügung. Über den Einsatz dieser Doppelbesetzung entscheiden die Lehrkräfte, z.B.: Klassenteilung oder Einzelunterricht für ein Kind in dieser Stunde.






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